Die Ausgeschlossenen

Die Ausgeschlossenen – kurzes Gespräch

Lässt sich auch Ihr Buch als einfache Botschaft vermitteln?

Seid nicht selbstgerecht! Denkt nicht, wenn ihr Glück gehabt habt, weil ihr in Verhältnissen lebt, wo die Chancen sich kumulieren: Es steht mir zu! Gewinnt ein Gefühl dafür, dass man aus jeder sozialen Gruppe abrutschen kann. Und vor allem: Seid vorsichtig mit dem Satz, dass irgendjemand an seiner Lage selbst schuld ist. (mehr …)

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Die Flucht vor der Stadt von Wilhelm Bölsche 1904

Wilhelm Bölsche: Die Flucht vor der Stadt. 1904

Noch ist die echte Weltstadt für uns ein Phänomen. Und doch liegt sie schon im Archiv der Poesie. In drei scharfen Stimmungen, gleichsam auf dreierlei Platten, liegt sie dort. (mehr …)

Zehn Thesen zur literarischen Moderne (des Vereins ‚Durch!‘) 1888

ANONYM (EUGEN WOLFF) ZEHN THESEN zur literarischen Moderne (des Vereins `DURCH!‘) 1888

Die in Berlin bestehende freie literarische Vereinigung „Durch!“ bittet uns um Abdruck folgender Thesen:

Die unter dem Namen und Wahlspruch „Durch!“zusammengetretene freie literarische Vereinigung junger Dichter, Schriftsteller und Literaturfreunde hat keinerlei bindende Satzung; doch lassen sich die in diesem Kreise lebenden literarischen Anschauungen durch folgende Sätze versinnbildlichen, welche zugleich den Charakter aller moderner Dichtung darstellen:

1. Die deutsche Literatur ist gegenwärtig allen Anzeichen nach an einem Wendepunkt ihrer Entwickelung angelangt, von welchem sich der Blick auf eine eigenartige bedeutsame Epoche eröffnet. (mehr …)

Gründungsaufruf Freie Volksbühne 1890

„Aufruf zur Gründung einer Freien Volks-Bühne“:

„Das Theater soll eine Quelle hohen Kunstgenusses, sittlicher Erhebung und kräftiger Anregung zum Nachdenken über die großen Zeitfragen sein.

Es ist aber größtenteils erniedrigt auf den Standpunkt der faden Salongeisterei und Unterhaltungsliteratur, des Kolportageromans, des Zirkus, des Witzblättchens. Die Bühne ist eben dem Kapitalismus unterworfen, und der Geschmack der Masse ist in allen Gesellschaftsklassen vorwiegend durch gewisse wirtschaftliche Zustände korrumpiert worden.

Indessen hat sich unter dem Einflusse redlich strebender Dichter, Journalisten und Redner ein Teil unseres Volkes von dieser Korruption befreit. Haben doch Dichter wie Tolstoi und Dostojewski, Zola, Ibsen und Kielland, sowie mehrere deutsche „Realisten“ in dem arbeitenden Volke Berlins einen Resonanzboden gefunden

Für diesen zu gutem Geschmack bekehrten Teil des Volkes ist es ein Bedürfnis, Theaterstücke seiner Wahl nicht bloß zu lesen, sondern auch aufgeführt zu sehen. (mehr …)