Wir über uns

aus Kulturhistorischer Verein Friedrichshagen e.V., der freien Wissensdatenbank

Friedrichshagen steht exemplarisch für einige Jahre bedeutender deutscher, wenn nicht sogar europäischer Kulturgeschichte. Im Mittelpunkt steht die um 1890 hier ansässige Gruppe von Intellektuellen, Künstlern, Bohemiens, Anarchisten usw., die über Jahre Sympathisanten aus ganz Europa anzog: der sogenannte „Friedrichshagener Dichterkreis“.

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Fast alle Vertreter dieses Kreises haben mehr oder weniger bedeutsame Spuren in der Literaturgeschichte hinterlassen, aber gleichermaßen haben sich alle zu den zeitgeschichtlichen Fragen geäußert und verhalten.

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Entscheidende Impulse gingen aus auf  die Lebensreformbewegung mit all ihren Verästlungen bis hin zur Gartenstadtbewegung, auf den literarischen Naturalismus, auf die Volkshochschulbewegung, auf die Gründung der Freien Volksbühne bzw. Neuen Freien Volksbühne; Friedrichshagener waren Träger der oppositionellen Fraktion der JUNGEN – im Verein Unabhängiger Sozialisten 1891-94 – in der SPD und des deutschen Anarchismus um Gustav Landauer.

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Unsere Aufgaben:

  • die periodische Herausgabe der Zeitschrift Hinter der Weltstadt
  • Herausgabe der Reihe Edition Friedrichshagen; Veröffentlichung bisher unbekannter Texte und Materialien
  • die Vorbereitung und Durchführung von kulturhistorischen Veranstaltungen und Publikationen,
  • an den Friedrichshagener Dichterkreis und sein Umfeld (literarische und künstlerische Avantgarde ab 1890, Lebensreformbewegungen, sozialistischer Anarchismus) zu erinnern;
  • die Öffentlichkeit mit den Werken, Auffassungen, dem Leben und Wirken der dem Dichterkreis zugehörigen Personen bekanntzumachen;
  • zur Aufarbeitung und Darstellung der Kulturgeschichte des Ortsteils Friedrichshagens beizutragen;
  • kulturhistorische Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr des Stadtbezirks Köpenick, der Stadt Berlin und ihres brandenburgischen Umlandes zu schaffen;
  • Aufbau eines Archivs und einer Bibliothek mit Auskunftsfunktion

Unser Credo – 1996

Obenan steht für uns die Frage, wie müssen wir Friedrichshagener Geschichte aus der Perspektive gegenwärtiger Bedürfnisse und Probleme aufbereiten, um sie im Sinne des Lessing-Satzes: „Die Geschichte soll nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten“ produktiv nutzen zu können.
Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht die um 1890 hier ansässige Gruppe von Intellektuellen, Künstlern, Bohemiens, Anarchisten usw., die über Jahre Sympathisanten aus ganz Europa anzog. Für uns sind die „Friedrichshagener“ weniger geografisch, sondern kulturell- zu bestimmen. Fast alle Vertreter dieses Kreises haben mehr oder weniger bedeutsame Spuren in der Literaturgeschichte hinterlassen, aber gleichermaßen haben sich alle zu den Fragen ihrer Zeit geäußert und verhalten.
Nur ein paar Schlagworte zu diesem Aspekt: die Reformbewegung in ihrer ganzen thematischen Verästelung,  wie die Gartenstadtbewegung; die Unabhängigen Sozialisten, die sich 1891 von der SPD abspalten; die Freie bzw. die Neue Freie Volksbühne, an deren Gründung die Friedrichshagener wesentlichen Anteil hatten; die Haltung zur Natur, also ökologische Fragestellungen, die anarchistischen Aktivitäten Gustav Landauers, der Brüder Kampffmeyer oder Erich Mühsams; oder nehmen wir Hugo Höppener, genannt Fidus, dessen verschlungene Biografie in besonders sinnfälliger Weise ein deutsches Künstlerschicksal ausdrückt, usw.

Auf den Punkt gebracht: Friedrichshagen steht exemplarisch für einige Jahre bedeutender deutscher, wenn nicht sogar europäischer Kulturgeschichte. Diese Dinge deutlicher zu machen, als bisher geschehen und den Geist dieser Zeit, wenn möglich für Heutiges zu befragen, dies sind unsere Ziele.
Kritische Geister verweisen mit Nachdruck auf den spürbaren Verlust gesellschaftlichen Gemeinsinns in der Gegenwart in all seinen Erscheinungsformen; ein kluger Beobachter sprach einmal vom Verlust kultureller und sozialer Ressourcen, in Analogie zu dem bekannten Schicksal unserer natürlichen Ressourcen. Die Folge dieser Entwicklung sei zunehmende Bindungslosigkeit zwischen den Einzelnen. Diese ganze Situation wird überschattet von einer gewissen Sprachlosigkeit. Das beunruhigt. Was tun? ist auch die Frage bei unseren Projektentwicklungen. Nicht jeder wird uns folgen, aber in Zeiten gewisser allgemeiner Ratlosigkeit kann der Blick in vergleichbare historische Situationen hilfreich sein. Was nichts löst, aber dem gemeinsamen Nachdenken Impulse geben kann.

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